gewerbeschau 17

17. Gewerbeschau, „Danke für Ihr ehrenamtliches Engagement!“

Loiching. (ko) „Unsere Wirtschaft trägt dazu bei, das Leben bei uns lebenswert zu machen. Ich bin stolz auf unsere Betriebe. Ich danke ihnen für ihren unternehmerischen Mut und ihre Innovationsbereitschaft. Ihr Wirken schafft für unseren Landkreis die Basis für erfolgreiches Handeln zum Wohle unserer Bürger!“ Oder an anderer Stelle: „Eine starke Wirtschaft und eine starke Industrie haben unseren Aufschwung erst ermöglicht. Ich trete ein für eine wirtschaftsfreundliche Politik und für eine leistungsfähige Infrastruktur.“ In seinem Festvortrag spannte Landrat Werner Bumeder den Bogen von der regionalen Bedeutung der Gewerbeschau bis hin zu den Auswirkungen des Ukrainekrieges auf Wirtschaft und Bevölkerung. Angesichts der fordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen war es ein Festvortrag mit klaren Botschaften!

Bei ihrer Begrüßung ging die Vorsitzende des Gewerbevereins Sandra Wiesbeck auf die Probleme im Vorfeld ein: „Für uns Gewerbetreibende waren die letzten Jahre herausfordernd und auch die aktuelle Situation macht es uns nicht leichter. Daher war auch die Aktivierung der Aussteller nicht immer einfach. Dennoch haben wir es geschafft, an die Tradition anzuschließen – und dies alles ehrenamtlich!“ In ihren Dank bezog sie alle Vereine ein, „die mit vielen Aktionen die Gewerbeschau bereichern; sicher ist dies auch einer der Gründe für die Erfolgsgeschichte.“
Eine regionale Infoplattform
Die Gewerbeschau, so Schirmherr und Bürgermeister Günter Schuster, stehe für die Stärke der Heimat und die Tatkraft ihrer Menschen: „Dies gilt vor allem für die kleinen und mittelständischen Betriebe, weil sie durch ihren Einsatz, ihren unternehmerischen Mut und die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen die Wirtschaft ankurbeln. Sie zeigt auch, wie viele Ideen, wie viel Fleiß und Können die heimische Wirtschaft besitzt! Unsere Gewerbeschau bietet eine Ausstellungsplattform nach dem Motto: Aus der Region – für die Region.“ Als Aushängeschild zeige sie den Besuchern auch die Attraktivität und Zukunftsorientierung der Gemeinde: traditionell – modern – innovativ! Diese Attribute machte Schuster an drei Betrieben fest: an Sano – Moderne Tierernährung (Top-Unternehmerpreis Niederbayern), an der Spedition Messerer (60-jähriges Betriebsjubiläum) und der Staudinger Automatisierungstechnik (70-jähriges Bestehen 2020). Lob hatte er für das Organisationsteam parat: „Aufrichtigen Dank, Respekt und Anerkennung!“ Blumen gab es abschließend für Sandra Wiesbeck, für Gertraud und Franz Messerer und für Elisabeth Staudinger.

Vor existenziellen Fragen
Mit nahezu identischen Worten unterstrich auch der Festredner, Landrat Werner Bumeder, den Mut des Orga-Teams, trotz der Sorge wegen Corona eine Großveranstaltung zu planen. Seit Februar sei dieses Thema allerdings vom Krieg in der Ukraine in den Hintergrund gedrängt worden. Angesichts von aktuell etwa 700 Kriegsflüchtlingen im Landkreis sei er stolz auf den Zusammenhalt und die große Hilfsbereitschaft. Gleichzeitig jedoch werfe dieser Krieg ernste Probleme für die Versorgungssicherheit auf: „Es sind existenzielle Fragen für unsere heimische Wirtschaft und für unsere Bürger! Wir gehen auf eine große Unsicherheit zu, doch wir werden unsere Einsparpotenziale ausschöpfen und wir schmieden Notfallpläne, von denen wir hoffen, dass wir sie nicht brauchen!“ Die aktuelle Lage machte Bumeder an zwei Zahlenbeispielen fest. Nach gegenwärtigem Stand würden sich die Wärmeenergiekosten für die Landkreisliegenschaften verdreifachen und die Stromkosten für 2023 von 500.000 € auf über zwei Mio. € mehr als vervierfachen. Die Entwicklung treffe Unternehmen und Bevölkerung gleichermaßen: „Und hier fehlt mir jegliches Verständnis, wenn man auf die Energie aus Isar 2 verzichten will!“
Sein Eintreten für eine wirtschaftsfreundliche Politik machte Bumeder an Beispielen fest. Den Autobahnzubringer nannte er eine hervorragende Infrastrukturmaßnahme und eine sehr gute Strukturentscheidung für die Weiterentwicklung des Landkreises. Angesichts einer möglichen Ansiedlung eines BMW-Werks (Stichwort: Zukunftstechnologie!) wolle man alles für eine für den Landkreis positive Standortentscheidung tun. Weitere Schlüsselbegriffe: Förderung dualer Bildung an den Schulstandorten und Digitalisierung, denn: „Wir stehen vor fordernden Zeiten!“
Ist eine Gewerbeschau angesichts des Internets zeitgemäß? Bumeder beantwortete die rhetorische Frage, indem er die Bedeutung des persönlichen Kontakts und des Augenscheins unterstrich: „Neben dem Virtuellen zählt das Reale!“ Seine Einschätzung verband er mit dem eindringlichen Appell, regionale Angebote zu nutzen, denn „wir brauchen unsere Unternehmen im Landkreis!“ Mit dem obligatorischen „Ich erkläre die 17. Gewerbeschau Loiching für eröffnet!“ gab er zum Salut der Holzlandler Böllerschützen den Startschuss für das Schaufenster der heimischen Wirtschaft.
Auszug aus der Gästeliste
Zur Eröffnung der Gewerbeschau begrüßt wurden unter anderem Pater Roman Piekarski, Staatsminister a.D. Erwin Huber, MdB Max Straubinger, MdL Jutta Widmann, Bezirksrätin Monika Maier, Landrat Werner Bumeder mit seinen Stellvertretern Dr. Franz Gassner und Manuela Wälischmiller, mehrere Kreisräte, Altlandrat Heinrich Trapp, Altbürgermeister und Ehrenbürger Reiner Schachtner, Schirmherr Bürgermeister Günter Schuster, mehrere Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen teils mit Gemeinde- und Stadträten, Vertreter der Banken und Schulen, Martin Widbiller (Werbegemeinschaft Dingolfing), Nadja Bauer-Beutlhauser (Wirtschaftsförderung) sowie Vertreter kirchlicher und weltlicher Vereine. Für den musikalischen Rahmen sorgte ein Ensemble der Dingolfinger Stadtmusikanten unter der Leitung von Georg Schwimmbeck.

Netzwerk für
Unternehmen in
Loiching und Umgebung.

Wir vernetzen engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, stärken das
regionale Gewerbe und schaffen Raum für Austausch, Zusammenarbeit und
Sichtbarkeit.

2024_09_08_APS0207